Die viele Zeit, die wir im Wald verbringen, ermöglicht den Kindern die Wahrnehmung von Naturphänomenen mit allen Sinnen. Durch ein derart intensives Erleben und Begreifen, erschließen sich die Kinder ihre vielfältige Umwelt und erleben sich selbst als unmittelbaren Teil der Natur. Und obwohl sich alle Kinder an den gleichen Orten befinden, machen sie zur selben Zeit höchst individuelle Erfahrungen und bilden ihren ganz persönlichen Zugang zu diesem Lebensraum (Sandhof & Stumpf, 2016).

 

 

Im Wald erhalten die Kinder etwas ohne Eigenleistung: zum Beispiel die Freude über entdeckte Lebewesen oder das Staunen über unerwartete Veränderungen durch einen Regenschauer. Das Ansprechen aller Sinne und die ausgelösten Emotionen führen zum Aufbau einer positiven Beziehung zur Natur „als Grundlage für einen späteren verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit ihr“ (ebd., S. 7).

 

Auch der Weg zwischen dem Wald und den Wohnräumen wird als Raum wahrgenommen. So können die Kinder anhand der Betrachtung eines bestimmten Gullideckels oder des Befühlens eines interessanten Zaunes, durch die Begegnungen mit Nachbarn und des Beobachtens von Paketzulieferern oder der Mitarbeiter der Müllabfuhr, ihre Umwelt erkunden und verstehen lernen. Dadurch wird der Weg mehr als ein äußerer, unvermeidbarer Faktor, nämlich zu einem Teil ihres facettenreichen Lebensraums.